Filme

2016: Jacques Tilly – Enfant terrible des Karnevals

Von Christoph Simon und Holger Möllenberg

Künstler, Satiriker, Handwerker – es ist schwer, Jacques Tillys Beruf genau zu beschreiben. Dabei ist der Wagenbauer mittlerweile heimlich zum Star des Düsseldorfer Karnevals aufgestiegen. Von London bis Tokio, Berlin bis New York finden seine Rosenmontagszug-Wagen in der internationalen Presse Beachtung und sind inzwischen zu einem werbeträchtigen Aushängeschild des Düsseldorfer Karnevals geworden. Klar, dass die Kölner Nachbarn neidisch nordwärts schauen, doch ein Abwerbe-Versuch vor ein paar Jahren schlug fehl

Sendetermin

Jacques Tilly – Enfant terrible des Karnevals | Sonntag, 7. Februar 2016, 17.50 Uhr – 18.20 Uhr | WDR Fernsehen
Wer ist dieses Enfant terrible, das keine Angst vor hohen Tieren hat und keine Auseinandersetzungen scheut? Um diese Frage zu beantworten, gibt die Dokumentation auch tiefe Einblicke in Jacques Tillys Privatleben – vom rustikalen Ferienhaus an der ligurischen Küste bis zur Groß-WG in Düsseldorf-Oberkassel. Der Wagenbauer redet offen über seine Gedanken zu Politik, Religion und zur Landeshauptstadt, wobei ihm die Freiheit der Gedanken – und sie umzusetzen – am wichtigsten ist. Ein aktuelles und (lebens)wichtiges Thema gerade in heutiger Zeit, in der Satire und Spott als Lebenselixier des Karnevals drohen, Angst und Terror zum Opfer zu fallen.

Die Autoren Christoph Simon und Holger Möllenberg sind wieder „nah mit der Kamera ran gegangen“, haben Jacques Tilly und seine Familie über ein dreiviertel Jahr beobachtet. Nun zeigen sie den Karneval – nicht nur in Düsseldorf – unter ganz neuen Aspekten, aus einem anderen Blickwinkel.

Wdh.: WDR Fernsehen, Dienstag, 9. Februar, 0.15 Uhr – 0.45 Uhr

Eine 45-minütige Langversion des Films sendet WDR Fernsehen am Mittwoch, 10. Februar, um 14.30 Uhr – 15.15 Uhr.
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2015: Peter Brings geht fremd – Mit Heimatsound durchs Zillertal

Ein Film von Gisbert Baltes und Christoph Simon

Spätestens seit „Superjeile Zick“ lieben die Menschen Peter Brings und seine gleichnamige kölsche Rockband „Brings“. Der Bandleader steht auf Lieder im Dialekt mit anspruchsvollen Texten. In seinen Songs geht es immer wieder auch um Heimat und nicht um Heimattümelei. Und deswegen geht Peter Brings fremd und begibt sich auf die Suche nach einem neuen Heimatsound im eher volkstümlichen Zillertal. Peter Brings begegnet dort modernen Rock- und Folkloregruppen, Bands und Solisten, die hohe musikalische Ansprüche haben. Er trifft auch auf Traditionelles und auf Alfred Eberharter, einen der Gründer der legendären „Zillertaler Schürzenjäger“, die aus dem Tal heraus eine einzigartige weltweite Karriere machten. Das Zillertal in den Tiroler Alpen hat eine ähnlich große heimatliche Musikszene wie Köln. Jedes Jahr gibt es zu Ostern eine „Kölsche Woche“, bei denen „Brings“ auf dem Hintertuxer Gletscher spielt. Gisbert Baltes und Christoph Simon begleiteten Peter Brings mit der Kamera durchs Zillertal. Ihr Fazit: Rock, Zitter, Harmonika – Heimatsound hat Hochkonjunktur!
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2015

Grob kariert:
“Dä Blötschkopp” - Marc Metzger
Der Schriftzug “Karneval im WDR”, daneben ist eine Karnevalsmütze mit dem Schriftzug “Jeck auf WDR”
Sonntag, 15. Februar 2015, 16.40 - 17.25 Uhr
Montag, 16. Februar 2015, 05.35 - 06.20 Uhr (Wdh.)
Schon als 16-Jähriger steht er auf der Bühne und hält seine erste Büttenrede: Marc Metzger, der später als “Dä Blötschkopp” ein Millionenpublikum begeistern sollte.

Mit dabei: Marc Metzger alias “Blötschkopp”
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Mit dabei: Marc Metzger alias “Blötschkopp”

Im sonnigen Ahrtal geboren wird Marc Metzger schon früh vom Karneval-Virus infiziert, denn das närrische Treiben von Mutter und Tante in einem Möhnenverein ist ihm quasi in die Wiege gelegt worden. Wenig später siedelt die Familie nach Remagen an den Rhein über und ist auch heute noch im Großraum Bonn zu Hause. Seine Schulzeit verbringt Marc einige Jahre in einem Franziskaner-Kloster, und so wird er urkatholisch geprägt. Noch heute sammelt er Madonnen und Heiligenbilder.

Vielleicht liegt hier auch der Grundstein für seinen eigenartigen, einerseits trocken-bissigen, andererseits charmant-liebenswürdigen Humor, der ihn von allen anderen Büttenrednern unterscheidet. Wie viele “Geheimtipps” wird “Dä Blötschkopp” auch in der Närrischen Hitparade des WDR entdeckt, wo er erstmals 2006 auftritt. Danach geht es rasant bergauf: “Karnevalissimo”, “Karneval in Köln” und “Blötschkopp und die Rampensäue” folgen u.a. im Fernsehen, und über 300 Auftritte im Jahr auf Karnevalsbühnen des gesamten Rheinlands.

Doch der Karnevalstress fordert - wie auch bei einigen anderen Künstlerinnen und Künstlern - seinen Tribut: Im Dezember 2012 lässt Marc Metzger die Öffentlichkeit wissen, dass er seit 1999 an Multipler Sklerose leide. Zwei Monate später muss sich der Künstler wegen “Burn-out mit postinfektiöser Erschöpfung” im Krankenhaus behandeln lassen und alle weiteren Auftritte absagen. Erst im November 2013 zur Moderation von “11. im 11. - Immer wieder kölsche Lieder” ist er zurück auf der Bühne und lässt es seitdem ruhiger angehen…

Christoph Simon und Holger Möllenberg haben Marc Metzger von Mai 2014 bis Januar 2015 mit der Kamera begleitet und zeigen auch die unbekannten Seiten seines Berufs- und Privatlebens - den Drahtseilakt eines Clowns zwischen Lachen und Weinen.

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2014

Dokumentarfilm von Christoph Simon und Holger Möllenberg

Neue Kölsche Tön: Kasalla und Cat Ballou
Kasalla und Cat Ballou- das sind die beiden neuen Sterne am kölschen Fastelovendshimmel. Kasalla gibt es gerade mal zwei Jahre und in dieser Zeit hat die Band so ziemlich alles erreicht, was nur geht. Ihr Pirate-Video hat über eine Million Clicks bei youtube, die Konzerte sind regelmäßig ausverkauft. Cat Ballou stehen auch erst seit drei Jahren auf den Karnevalsbühnen und schafften mit ihrem Mega-Hit “Et jit kei Wood” den absoluten Durchbruch. Der Song trifft punktgenau die kölsche Seele und hat das Potenzial zu einem Evergreen. Mit solchen Nummern im Gepäck treiben die jungen Bands kontinuierlich nach vorne.

Der Erfolg verändert nachhaltig das Leben der jungen Musiker. Alles wird dichter und schneller, Träume gehen in Erfüllung, aber auch die Erwartungen und Herausforderungen steigen. Irgendwann geht es dann auch um Durchhaltevermögen, um das Erreichte überhaupt halten zu können. Spaß, Druck, Umbruch, Durchbruch, Unvorhergesehenes, also das pralle Leben in Bewegung, zeigt diese 60 minütige Dokumentation rund um zwei Nachwuchsbands im kölner Karneval.

Christoph Simon und Holger Möllenberg haben beide Gruppen fast ein ganzes Jahr lang mit der Kamera begleitet und gehörten irgendwann wie selbstverständlich mit dazu. Nachher lagen mehr als 40 Stunden Material auf dem Schneidetisch. Der Film gewährt zahlreiche Einblicke, ungewohnt nah und authentisch zeigt er nicht nur das Leben der jungen Musiker, sondern vermittelt auch das Heimatgefühl einer neuen Generation.

Paul Kuhn - Der Mann am Klavier (SWR 2011, 45 min.)

Autor

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Keep on swinging!
Paul Kuhn - Der Mann am Klavier
SWR, Sendung am Donnerstag, 24.02.2011, 22.30 bis 23.14 Uhr
Er ist der Mann am Klavier: Paul Kuhn - Jazzpianist, Bandleader, Entertainer und eine lebende Legende. Im Film blickt er zurück auf sein Leben mit Freunden und Weggefährten wie z.B. Götz Alsmann, Till Brönner, Helge Schneider und seinem langjährigen Schlagzeuger Willy Ketzer.

Er ist der Mann am Klavier: Paul Kuhn - Jazzpianist, Bandleader, Entertainer und eine lebende Legende.
Seit mehr als 70 Jahren ist er im Showgeschäft. Dem Massenpublikum ist Paul Kuhn vor allem durch seine Schlager aus der Wirtschaftswunderzeit bekannt. “Es gibt kein Bier auf Hawai” oder “Der Mann am Klavier” haben viele noch im Ohr. Paul Kuhn ist Kult.

Der heute 82-Jährige ist ein vielfach ausgezeichneter Jazzpianist, der es wie kaum ein anderer verstanden hat, musikalische Welten swingend zu verbinden. Wo Paul Kuhn drauf steht, ist immer Jazz drin. Auch, wenn es eigentlich Schlager ist.
Für den Jazz in Deutschland leistete Paul Kuhn Pionierarbeit. Er war schon mit dabei, als der Swing der Amerikaner den Marschrhythmus des Dritten Reiches verdrängte. Beim amerikanischen Soldatensender AFN hatte er bereits 1948, kurz vor der Währungsreform, wöchentliche Sendungen. Seitdem swingt sich der “Deutsche Ami” durch die Jahrzehnte. Er übernahm die Leitung der legendären SFB-Bigband und tourte mit den Berlinern rund um den Globus. Als die Band aus Kostengründen aufgelöst wurde, wandte er sich wieder kleineren Besetzungen zu. Seitdem tritt Paul Kuhn vorwiegend im Trio auf. 2010 erhielt er den Jazz-Echo für sein Lebenswerk.

Für seinen Film “Der Mann am Klavier” hat Autor Christoph Simon Freunde und Weggefährten vor der Kamera versammelt: u. a. Götz Alsmann, Till Brönner, Helge Schneider und seinen langjährigen Schlagzeuger Willy Ketzer. Jazz lebt von Improvisation und Spielfreude. Und die hat der Altmeister nicht verloren. Mit 82 Jahren brillierte er jüngst an der Seite von Peter Lohmeyer in dem Fernsehfilm “Etwas Besseres als den Tod”. Und Besseres gibt es für Paul Kuhn hoffentlich noch lange. Keep on swinging!
Ein Film von Christoph Simon

SWR-Schwarzwaldgechichten (SWR 2013, 5 x 45 min.)

Co-Autor von Harold Woetzel, Realisator

5 Folgen
Deutsche Erstausstrahlung: 17.02.2013 SWR Fernsehen
Mit einer fünfteiligen Reihe widmet sich der SWR einer Gegend, über die es noch viele Geschichten zu erzählen gibt: Der Schwarzwald ist Kulturlandschaft, Lebensraum und Heimat, lebendiges kulturelles Erbe. Es geht um Mensch und Natur, um das Schaffen und Erfinden, das Weggehen und Zurückkehren. (Text: SWR)

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Superjeile Zick - Brings persönlich (WDR 2010, 45 min.)

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Eine links-alternative Rockband und Kölner Karneval – wie passt das zusammen? Diese Frage stellten sich vor fast zehn Jahren nicht nur viele Fans von Brings, sondern auch die Band selber. Doch es geht, sehr gut sogar, denn inzwischen gehören die fünf Rockmusiker immerhin schon zum sogenannten „Kölschen Kleeblatt“ – den erfolgreichsten und bekanntesten Bands im Karneval, neben den Höhnern, Bläck Fööss und Räubern. Trotzdem sind Brings ihren musikalischen Wurzeln treu geblieben, wie ihre Konzerte auch außerhalb der Karnevalsession zeigen. Ein erfolgreicher Spagat, der von den Rockfans einerseits wie den Karnevalsjecken andererseits honoriert wird.

Brings – das sind die Brüder Peter (Gitarre, Gesang) und Stephan Brings (Bass), beide Söhne des bekannten Kölner Barden Rolly Brings, Harry Alfter (Gitarre), Christian Blüm (Schlagzeug, Sohn von Norbert Blüm) und Kai Engel (Keyboard, Sohn des Musikers Tommy Engel). Schon bald nach ihrer Gründung 1991 machte sich die Band mit kölschen Texten und melodiöser Rockmusik einen Namen. Es folgten zahlreiche Auftritte bei namhaften Festivals wie „Rock am Ring“ und als Vorgruppe unter anderem von AC/DC, Tom Petty und den Simple Minds. Außerdem waren Brings mehrmals im legendären „Rockpalast“ des WDR zu Gast. Unvergessen auch das politische Engagement der Band beim „Arsch huh“-Konzert gegen Neonazis 1992 auf dem Kölner Chlodwigplatz.

Ende der 1990er Jahre wurde es ruhiger um Brings. Ein Stück, das eigentlich nur als Geburtstagsständchen für die Band gedacht war, brachte 2000 die Wende: „Superjeilezick“. Nachdem das Lied zunächst als Geheimtipp während des Karnevals in den Kölner Kneipen lief, wurden die Literaten des Festkomitees auf die fünf Rockmusiker aufmerksam. Nach kurzen Berührungsängsten auf beiden Seiten standen Brings schon 2001 auf den großen Karnevalsbühnen, und „Superjeilezick“ entwickelte sich in Windeseile zum Dauerbrenner und bislang größten Hit der Band.

Die Diskussion über den richtigen musikalischen Weg zwischen Rock und Karneval hält bis heute an. Schon allein deshalb ist es interessant, Brings in den Proberaum zu begleiten und bei der Entstehung neuer Lieder dabei zu sein. Doch auch sonst führen die fünf Musiker ein abwechslungsreiches Privatleben – zwischen Sport und Konzertauftritten, Entspannung und sozialem Engagement. Die Autoren Christoph Simon und Holger Möllenberg haben die Band über ein halbes Jahr mit der Kamera begleitet – herausgekommen ist ein ganz persönlicher Blick vor und hinter die Kulissen.

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Marie-Luise Nikuta - Die kölsche Motto-Queen (WDR 2013, 60 & 45 min.)
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An Marie-Luise Nikuta scheiden sich die Geister: Manche Karnevalisten halten ihre traditionellen Lieder und Auftritte (wenn auch nur hinter vorgehaltener Hand) für überholt, während eine riesige Fangemeinde treu zu ihr steht. Was ist das Erfolgsgeheimnis der Sängerin, die seit mehr als sechzig Jahren auf der Bühne steht?

Die Dokumentation begleitet die Motto-Queen fast ein Jahr lang mit der Kamera und entdeckt viele unbekannte Seiten: (leicht chaotische) Familienausflüge mit dem Heißluft-Ballon, durchnässte Auftritte beim Christopher Street Day, feuchtfröhliche Karnevalsbegegnungen in Garderoben, etwas frivole Darbietungen auf Kleinkunstbühnen, exotische Feierlichkeiten in Namibia und hausbackene Partys im wahren Wortsinn.

Und schnell ein neues Lied

Schon 62 Jahre steht die Nikuta auf der Bühne, die sie als 13-Jährige erstmals mit dem heutigen Evergreen “M’r fiere Fastelovend” betrat. Doch Schule und Beruf gingen vor. Erst 1968, nach der Geburt ihrer Tochter, widmete sich Marie-Luise Nikuta ganz der Musik – und machte schnell Karriere.

Vor allem ein kleiner Trick half ihr dabei: Kaum hatte das Festkomitee an Karnevalsdienstag das Motto der nächsten Session verkündet, komponierte und textete die Nikuta das passende Lied dazu, und spätestens einen Tag später wurde es in der Lokalpresse präsentiert. Und die Nikuta wurde zur kölschen Motto-Queen.

Neuer Rhythmus, neue Fans

Sie ist lange dabei. Aber verstaubt und altmodisch ist Marie-Luise Nikuta deswegen lange nicht. Ihre Lieder sind in bester Karnevalstradition immer noch liebevolle Beschreibungen des Kölner Alltags. Aber den Rhythmus hat sie durchaus der heutigen Zeit angepasst.

Und sie hat sich engagiert und damit neue Fans gewonnen: Besonders die zahlreichen Kölner Schwulen und Lesben haben die Motto-Queen zu ihrem Idol erkoren, seit sie sich aktiv für Aids- und Demenz-Kranke einsetzt und 2003 sogar ein Mottolied für den Christopher Street Day geschrieben hat.

Bodenständig – aber alles andere als langweilig

Nachdem ihr Mann, ihre „rechte Hand“ und Manager, vor einigen Jahren starb, hat sie sich nicht unterkriegen lassen. Sie zieht ihr Karnevalprogramm weiter ohne Abstriche durch. Die 74-Jährige ist bodenständig, lebt immer noch in ihrem Reihenhaus in Köln.

Bei so viel Normalität scheint ein Blick hinter die Kulissen bei Marie-Luise Nikuta auf den ersten Blick vielleicht wenig spektakulär. Doch wer sie ein bisschen privat kennt, ahnt, dass ihr Leben zwar normal scheinen mag, aber manche Überraschungen bereit hält.

Ein Film von Holger Möllenberg und Christoph Simon
Redaktion: Heiner Backensfeld

Marita Köllner – Ein „kölsches Mädche“ (WDR 2011)

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Nomen est omen: Wenn das überhaupt auf jemanden zutrifft, dann auf „Fussich Julche“ Marita Köllner. Aufgewachsen in der Kölner Südstadt ist die 52-Jährige so eng in Köln verwurzelt, dass sie die Stadt bis heute nie verlassen oder auch nur darüber nachgedacht hat.

Schon als kleines Mädchen begeisterte sich Marita Köllner natürlich für den Karneval. Mit zehn Jahren stand sie bereits bei Schul- und Pfarrsitzungen auf der Bühne. Vor allem der Kaplan ihrer Gemeinde förderte ihre Talente, und die Sitzungen bei der Katholischen Jugend und den Pfadfindern wurden zum Sprungbrett für ihre Karriere.

Es sollte noch bis 1988 dauern, bis sie nach
20 Jahren „in der Bütt“ ihre zweite Karriere als Sängerin startete. Und wie so oft begann alles mit einem Zufall: Marita Köllner plauderte mit Henning Krautmacher, dem Sänger der Höhner, über die geplante Feier ihres 20-jährigen Bühnenjubiläums. Als Gag ist auch eine kleine Gesangsnummer eingeplant. Dass sich „Denn mir sin kölsche Mädcher“ schon nach kurzer Zeit zum Riesenhit und letztendlich zum Evergreen aller Karnevalspartys entwickeln würde, ahnte zu dieser Zeit niemand.

Heute steht Marita Köllner rund 200 mal im Jahr auf der Bühne. Hits wie „Kum danz mit mir“, „Es war in Altenahr“, „Alte Liebe macht Flügel im Bauch“ oder „Weil mir Kölsche sin“ haben sich zu Klassikern im Karneval entwickelt, die alle Jecken begeistert mitsingen. Den Fernsehzuschauern ist sie bestens als Moderatorin und als Rosenmontagszug-Reporterin bekannt.

Doch ihr Leben könnte heute ganz anders aussehen: Vor einigen Jahren entdeckten die Ärzte einen Tumor hinter dem Ohr. Dieser war zwar gutartig, musste aber dennoch in einer heiklen Operation entfernt werden. Im Film spricht Marita Köllner offen über ihre Erkrankung und gesteht, dass vor allem der Karneval ihr über diese schwere Zeit hinweg geholfen – quasi ihr Leben gerettet habe.

Das WDR-Filmteam hat Marita Köllner über mehrere Monate auch außerhalb des Karnevals begleitet und bietet einen sehr emotionalen Blick in das Leben der für ihre Herzlichkeit überaus bekannten und geschätzten Stimmungssängerin.

Wenn et Trömmelche jeit - De Räuber hautnah (WDR 2010)

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Sie zählen zum erlauchten “Kölner Kleeblatt” der Stars der Karnevalsmusik, neben den Bläck Fööss, Höhnern und Paveiern: De Räuber. Mit über 200 Auftritten während der Session und 70 weiteren während des ganzen Jahres gehören die fünf Musiker zweifellos zu den ganz Großen im Rheinland. Ihre Hits wie “Op dem Maat”, “Am Eigelstein es Musik”, “Kölsche Junge bütze joot” oder “Schau mir in die Augen” wurden echte kölsche Evergreens, die in keiner Kneipe während der tollen Tage fehlen dürfen. “Denn wenn et Trömmelche jeit” ist seit 1993 der Kulthit schlechthin, den jeder Jeck mitsingen kann. Acht Alben und zehn Maxi-CDs in 17 Jahren - das ist eine Bilanz, die sich sehen lassen kann.

Dennoch ist der Band der Erfolg nicht zu Kopf gestiegen. Ganz im Gegenteil: die Räuber pflegen eine rheinische Bodenständigkeit, und das bedeutet vor allem engen Kontakt zu den Fans. Eine Band zum Anfassen im wahren Sinne des Wortes, mit der man nach dem Konzert mal ein Kölsch trinken kann. Das spiegelt sich auch in den Texten ihrer eingängigen Stücke wider, die von frivol bis melancholisch alle Situationen des Alltags beschreiben. Dass viele von ihnen zu richtigen Ohrwürmern wurden, ist vor allem Karl-Heinz (”Charly”) Brand zu verdanken, dem kreativen Kopf der Räuber. Zusammen mit Kurt Feller und Nobby Campmann gründete der ehemalige Postbeamte die Band 1991. Von da an ging es unaufhaltsam bergauf, doch das Leben der Räuber hinter der Bühne blieb den Fans bis jetzt weitgehend verborgen.

In ihrem Film “Wenn et Trömmelche jeit” blicken Christoph Simon und Holger Möllenberg nun erstmals hinter die Kulissen. Und die stehen in Neuss, wo Karl- Heinz Brand lebt und arbeitet, obwohl er sich eigentlich als “Kölscher” fühlt. Charly, Kurt, Wolli, Mac und Gino erzählen, warum sie ihre ganz normalen “bürgerlichen” Berufe aufgaben und Profi-Musiker wurden, wie die Band neun Familien ernährt, wo die Ideen zu Texten und Melodien entstehen und welchen tiefen Einschnitt der Tod von Nobby Campmann 2007 bedeutete. Und so kommen auch die leisen, nachdenklichen Töne in dem Film nicht zu kurz - wie in den neuen Titel “Engel triffs de nur em Himmel” oder “Rattepack”.

Göttinnen sind unsterblich (motum-film, 2007, 45 min.)

-Les DS sont immortelles-

Autor

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Unter dem Titel “Göttinnen sind unsterblich” hat TV-Journalist Christoph Simon aus Köln zusammen mit Holger Möllenberg einen 40-minütigen Film über das Phänomen DS gedreht. Professionell geschnitten und vertont, auf DVD im Bildformat 16:9 sowiein drei Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch bringt der Film vor allem drei Elemente: Bilder vom 50. Jubiläum in Paris, zahlreiche Werbefilme zur DS von Citroen sowie einen überwiegend bei Dirk Sassen in der Werkstatt gedrehten Teil über den Neuaufbau von Göttinnen. Weiterhin kommen einige DS-Liebhaber und ihre Autos persönlich zu Wort, darunter auch noch Michael SchmidtKult mit seinen DS-Reliquienschreinen.

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(Quelle: HP 3/2007)

Göttinnen sind unsterblich
-Les DS sont immortelles-

Auch mehr als 30 Jahre nach Produktionsende rollen immer noch einige tausend „Göttinnen“ (so die deutsche Übersetzung von DS=Déesse) über die Straßen der Welt. Fast 1,5 Millionen Exemplare wurden von 1955 bis 1975 gebaut. Unter den Oldtimern nimmt die avantgardistische Limousine von Citroën eine Sonderstellung ein, und auch heute noch erregt sie große Aufmerksamkeit. Kein Wunder, dass die Nachfrage nach gut erhaltenen oder restaurierten „D-Modellen“ eher zugenommen hat, solange sie noch zu einigermaßen erschwinglichen Preisen erhältlich sind. Und es sind beileibe nicht nur eingefleischte „Citroënisten“, die sich für dieses Ausnahme-Auto interessieren.

Glücklicherweise gibt es inzwischen professionelle Spezialisten, die sich um die verbliebenen „Göttinnen“ kümmern. In kleinen Werkstätten werden verrostete „D-Modelle“, die immer noch in abgelegenen Scheunen oder dunklen Garagen vor allem in Frankreich zu finden sind, liebevoll in Handarbeit von Grund auf restauriert. Man muss also kein „Schrauber“ sein, um eine schwebende DS zu genießen. Und so werden die „D-Modelle“ noch lange zum Straßenbild gehören. „Göttinnen“ sind eben unsterblich…

In ihrer Reportage beobachten Holger Möllenberg und Christoph Simon einen bekannten Restaurator, der auch zahlreiche nützliche Tipps gibt. Außerdem sind sie der Frage nachgegangen, warum dieses einmalige Auto noch immer nichts von seiner Faszination eingebüßt hat und dabei auf höchst unterschiedliche DS-Besitzer von heute gestoßen. Letztlich kommt aber auch die Würdigung der „Göttin“ als Kunstobjekt nicht zu kurz, und im dokumentarischen Teil des Films sind auch seltene Werbespots und Aufnahmen von Rallyes aus der DS-Ära zu sehen – nicht zu vergessen die exklusiven Bilder vom 50. Geburtstag der „Göttin“ 2005 in Paris. Doch letztendlich ist diese Reportage kein Rückblick auf Historie und Technik, sondern eine Bestandsaufnahme und Blick in die Zukunft – mit ungewöhnlichen Aufnahmen, die das Herz jedes DS-Fans höher schlagen lassen. Wie gesagt, die „Göttinnen“ leben noch, und sie sind unsterblich!

Jack White - Musiklegende und Schlagerkönig (WDR 2004, 90 min.)

Autor

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Mitwirkende der Doku um den ehemaligen Fußball-Profispieler und Selfmade-Millionär Jack White sind unter anderem Hansi Hinterseer, Liel, Tony Marshall, Jürgen Marcus, David Hasselhoff, Laura Brannigan, Engelbert Humperdinck, Pia Zadora & Jermaine Jackson, Roberto Blanco sowie Ireen Sheer.